Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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Wohlan, hier iſt Gold für den Gefangenwärter! Uebergieb es ihm, James. Und Sie, Robert Hender⸗ ſon, nehmen dieſen Beutel, miſchen ſich unter das Ge⸗ ſindel, das unten vor dem Hauſe lungert und mit nei⸗ diſch gierigen Augen nach den Fenſtern heraufſchaut, leſen ſich ein paar Dutzend ſtämmige Kerle mit guten Knitteln heraus, gehen mit ihnen in eine Kneipe, laſ⸗ ſen ihnen Whisky und Porter einſchenken, ſo viel ſie trinken wollen, und machen ſie mit dem Plane be⸗ kannt, Sir Lewis O'Donnel aus dem Gefängniß zu befreien. Dann theilen Sie das Geld unter ſie aus. Dieſes Volk iſt immer bei der Hand, wenn es gilt, der Regierung einen Streich zu ſpielen, und O'Don⸗ nel iſt ja der Götze alles Bettelvolks in Irland. Füh⸗ ren Sie ſie gegen Mitternacht, wenn hier Alles be⸗ trunken ſein wird, nach dem Gefängniß, befreien Sie den Baronet und verlaſſen Sie ſogleich auf ſchnellen Roſſen die Hauptſtadt mit ihm. Von Lindſayhall füh⸗ ren Sie ihn in die Heideſchenke hinüber und liefern ihn der alten Peppy aus. Haben Sie verſtanden?

Verſtanden wohl, Mylord, aber begriffen nicht. Das begreif' auch ein Andrer! Die alte Hexe in der Heideſchenke hat doch Recht, und ich fange an, weit mehr Reſpekt vor ihr zu bekommen.

Schweigen Sie! ſagte der Lord pikirt,und erhöhen Sie meinen großen Verdruß nicht noch durch unnütze Anmerkungen. Lewis O'Donnel iſt mein Feind und wird es ewig bleiben; ich haſſe ihn, wie keinen Menſchen weiter, und doch muß ich ihn retten. Schlimm genug für einen Mann, wie ich, daß er durch Ver⸗ hältniſſe genöthigt iſt, das zu thun, was ſeinem Wil⸗ len und ſeinen Neigungen ſchnurſtracks entgegenläuft. Doch die Verhältniſſe beherrſchen mich jetzt tyranniſch, und es iſt Lebensklugheit, ſich ihnen zu fügen, und da⸗