Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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Wir können Ihnen nur verbunden ſein. Sie ſelbſt ſcheinen von größerer Luſt durchdrungen, ſeit Sie Ihre Landoleute um ſich ſehen. Es iſt wahr, am Fuße des Veſuvs verſteht man das Leben beſſer zu genießen, als auf dieſer kalten Inſel.

Nicht das iſt's, Mylord, bei Gott nicht! weshalb die Freude hier nicht hauſen will. Der Grund liegt anderswo und tiefer; denn der Menſch iſt überall der Frende zugethan, und die Geſelligkeit iſt wahrlich keine der geringſten Tugenden des Iren. Aber der Stolz des Despoten verachtet es in der Regel, ſich mit ſeinen Sklaven zu freuen; wenigſtens öffentlich nicht. Auch iſt es nicht die uns hier umgebende Pracht, die die Feier des Karnevals unter dem glücklichen italieniſchen Himmel erhöht, ſondern weil Lebensgenuß dort ein Gemeingut und nicht, wie hier, ein Vorrecht privile⸗ girter Stände iſt. In Italien, Mylord, bereitet man Feſte, daß ſich die Großen des Landes zugleich mit dem Volke freuen. Wer könnte ſich hier freuen, wenn er zu dieſem todten z ſich durch einen Haufen von Bettlern drängen auf deren Geſichtern das Elend ſeine ſcharfen Züge eingegraben hat!

Der Statthalter warf einen mißtrauiſchen Blick auf den Ritter; der Granatapfel wurde zur glühenden Kohle in ſeiner Hand, und mit zitternder Stimme verſetzte er:Sie nehmen einen Umſtand zu ernſt, Chevalier, der nun einmal nicht zu ändern iſt und durch altes Recht und Herkommen ich läugne es nicht hart auf dem iriſchen Volke laſtet. Aber ſehen Sie doch, wie maleriſch jenes pantomimiſche Ballet! welche ausdrucksvolle Geſten! Aber man kömmt auf Sie zu, es gilt Ihnen.