239
indem er ſich faſt bis auf den Sattelknopf niederbeugte, ſetzte er hinzu:„Die Zeit kommt wohl ein ander Mal, wo ich Ew. Edlen an das arme iriſche Volk erinnern darf, wenn Ihr mehr geneigt ſeid, Tim ein günſtiges Ohr zu leihen, als heute, da gewiß viel wichtigere Dinge das menſchenfreundliche Gemüth mei⸗ nes Herrn beſchäftigen.“
„Ja, ja, Pat! Tim wollt' ich ſagen,“ entgegnete Henderſon, von des Dieners Worten geſchmeichelt, nun etwas freundlicher,„noch ſind die Viſiten bei meinen Nachbarn nicht alle gemacht. Sir Rowland und Miſtrs. Welch, die reiche junge Witwe von Forth, werden ſicherlich ſchon ihre eigenen Gedanken darüber haben.“
„Ja, ja, das werden ſie gewiß, lieber Herr, und nun noch die Maler und Tapezierer, Sattler und Mo⸗ dehändler, die ſich vom frühen Morgen bis zum ſpäten Abend nach Robert Henderſon, Esquire, erkundigen und ihre Dienſte anbieten. Geſtern war auch Maſter Griffith zweimal da, um Euch ſeinen Gegenbeſuch zu machen. Ein nobler Gentleman, Sir! Sie kennen ja gewiß den ehemaligen Kammerdiener von Lord Rombler, ein weiſer Mann, der während der langen Reiſen ſeines Herrn, deſſen Rechnungen er führte, ein großes Ver⸗ mögen erwarb und damit das ſchöne Grundſtück Lau⸗ reldale ankaufte, nachdem er obendrein noch die ſchöne Kathy, der gnädigen Frau Garderobejungfer, als Hausfrau aus den Händen des gütigen Lords em⸗ pfangen hatte.“
„Schweig, Läſtermaul!“ donnerte Henderſon; „kaum biſt Du warm geworden in meinem Neſt, ſo iſt auch Deine Bosheit aufgethaut. Ich bitte mir Reſpect von Dir aus, nicht nur vor mir, ſondern auch vor meinen Freunden und Nachbarn.“


