Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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6. Reues Lebhen in der Heideſchenke.

Michaul Dahna wohnte zwar noch mit Frau, Kind und Bruder in dem kleinen Parkhäuschen zu Greenlodge, und der Baronet zahlte Moja monatlich den Gehalt aus, wie früher, aber der Wurm, von allen Dienſtleiſtungen ausgeſchloſſen zu ſein und gleich⸗ ſam das Gnadenbrot zu eſſen, nagte ihm am Herzen. Er war ein ſchwermüthiger Träumer geworden; das peinigende Gefühl verließ ihn nie, an dem ihm ſo theuern Manne ein Unrecht gethan zu haben, obgleich es ihm, ſeinen ächt iriſchen Begriffen nach unmöglich war, die Selbſthülfe, wo von Geſetz und Recht keine Aenderung zu erwarten iſt, für unerlaubt zu halten. Die Liebe ſeines Weibes konnte ihn nicht mehr be⸗ glücken, er brütete über düſtern Plänen und ſuchte die heimlichſten Schlupfwinkel der Rebellen auf. Ein großer, gewaltiger Schmerz lag in ſeiner Seele, er war mit ſich ſelbſt zerfallen und konnte aus Sir Lewis nicht klug werden, dem er, wie er nur konnte, aus dem Wege ging. So kam es, daß er ſeine Wohnung ganze Tage mied und dann wieder ſtill und in ſich gekehrt ganze Tage hinter dem Ofen derſelben ſaß und in das Schneegeſtöber oder in die auf dem Meerbuſen wo⸗ genden Nebel hinausſtarrte. Wenn es das Wetter er⸗ laubte, ging er gern einſame, wenig betretene Fußpfade über die Bergrücken nach der Heideſchenke hinab und rief ſich dort unter Menſchen, die er liebte, und von denen er geliebte wurde, verklungene und abgefärbte Jugendträume in die Erinnerung zurück. Auch hielten

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