Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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Den zweckmäßigen Maßregeln O'Donnels, der in der Verzweiflung doch keinen Augenblick die Beſon⸗ nenheit verlor, war es wenigſtens gelungen, zu verhü⸗ ten, daß dieſes Mal kein unnützes Bürgerblut vergoſ⸗ ſen wurde, ſo lockend ſich auch die Gelegenheit zu Er⸗ ceſſen jeder Art den wildeſten Küſtenbewohnern am heutigen Tage dargeboten hatte.

Die kummervollen Freunde des Baronets entfern⸗ ten ſich unter dem Schutz der ſtürmiſchen Nacht wie⸗ der ſo unbemerkt, wie ſie gekommen waren. Ach, mit welchen Gefühlen hatten ſie O'Donnels Schloß betre⸗ ten und mit welchen verließen ſie es! Er ſelbſt aber ſaß in derſelben Nacht, zu einer ſpäten Stunde, ein⸗ ſam und ſtill in düſtres Sinnen verloren, in demſel⸗ ben Gemache, wo er ſich am vorigen Abende den reich⸗ ſten Hoffnungen überlaſſen hatte. Der kühne Adler, der zur Sonne geſtrebt, hatte umkehren müſſen und ſaß nun trauernd auf ſeinem Horſte. Zwar verwünſchte er des Schickſals Tücke, doch zugleich dachte er auch ſchon wieder mit der ſeltenen Beharrlichkeit, an der man die Stärke großer Seelen erkennt, über neue Pläne nach, wie Irlands Befreiung mit Benutzung der eignen in⸗ nern Kräfte, ſo daß die Ausführung weniger vom Zu⸗ fall, oder von der Hülfe von außen her abhing, be⸗ zweckt werden könne. Das geheimnißvolle Rauſchen der Bäume um ſein Walbſchloß ſang endlich den Kum⸗ mervollen in Schlummer, und ein hehrer Engel küßte des müden Schläfers Stirne; es war die Freiheit, die Bürgerin einer vollkommnern Welt.

Das war der 15. December 1796, der verhäng⸗ nißvollſte Tag in der neuern Geſchichte der unglück⸗ lichen grünen Inſel. Nie früher, nie ſpäter hat ihr die Freiheit ſo nah geſtanden. Nie kam ihr mehr ein ſo hochherziger Retter, wie der jugendliche Lazare Hoche,

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