Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

umſchwebt mich alle ihr Geiſter der geächteten und verbannten Ahnen, und auch ihr, die ihr den Na⸗ men O'Donnel in fremden Reichen mit neuem Glanze umgebt, verbindet euch mit einem der letzten eueres Namens hier im Lande, um des Volkes altgeheilig⸗ tes Recht, väterliche Sitte und die Religion der Vor⸗ fahren wieder zu erringen und für die Zukunft zu beſchirmen! Verleihet mir Muth und ausdauernde Kraft, gebt mir Glück, daß das Werk gelinge! Segnet mich! Beſchützet mich!

Stolz, wie irgend zuvor einer ſeiner Ahnen, wenn er im Begriff war, zur Fehde auszuziehen, ſchritt Lewis mit hallenden Tritten durch die Gemächer. Ge⸗ bieteriſch und feſt ertheilte er ſeine Befehle den ſtünd⸗ lich in größerer Anzahl ſich meldenden Anführern. Umſicht, Klugheit und Liſt, ſowie ſie den iriſchen Häuptlingen ſonſt eigen war, ſprach ſich in jeder ſei⸗ ner Verfügungen aus, und mit Freuden wurde pünkt⸗ lich einer jeden derſelben Folge geleiſtet.

Alles war vorbereitet; doch tiefe Ruhe herrſchte ſcheinbar im Schloſſe und deſſen nächſter Umgebung. Selbſt dem ſchärfſten Beobachter, der nicht mit den Verhältniſſen des Baronets genauer bekannt war, würde das höhere Feuer und das ſcharfe Spähen des verſchlagenen Blicks jener Männer nicht aufgefallen ſein. Auf den königlichen Schiffen im Hafen aber tönte die ſchrille Pfeife des Hochbootsmannes. Sig⸗ nale ſchwirrten ſchnell nach einander an den Maſten hinauf, die Ankerwinde knarrte, und die Raaen wa⸗ ren dicht bedeckt mit Matroſen, welche ſich beeilten, die Segel zu entfalten. Alle Fahrzeuge, bis auf ein Linienſchiff, welches gleich hinter der Bäreninſel die Anker wieder fallen ließ, um den Eingang zu decken, ſtenerten hinaus und bildeten, nur zwölf an der Zahl,