Teil eines Werkes 
1. Theil (1855)
Entstehung
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Deiner Seele unverkennbar wie immer thront, dann wird es mir ferner unmöglich, eine Schuld an Dir zu finden. Die ruhige Entſchloſſenheit, die ſich heute mehr als ſonſt in Deinem ganzen Weſen ſpiegelt, mag irgend einen andern, des Mannes würdigen Entſchluß, nur keine ſchlechte That bezeichnen. O gewiß, Du wußteſt Nichts vom Vorhaben dieſer Menſchen, Lewis! Fremd war Dir ſelbſt die Ahnung eines ſolchen Un⸗ ternehmens auf unſer Haus! O, ſprich es aus, mein Leben hängt daran. Biſt Du ſchuldlos, mein Lewis?“

„Ich bin ein O'Donnel!“ erwiderte dieſer mit ho⸗ hem Ernſt.—„Wenn Lewis' Worte den Eingang zu Eliſabeths Herzen nicht mehr finden, ſo hoffe ich, wird wenigſtens Lady Kildare's hoher Geiſt gleichen Flug mit meinem Stolze halten.“

„Ich erlaſſe Dir ja gern jeden ferneren Beweis,

Du ſtolzer Mann. Höre auf, ich bitte Dich!“ ſo

flehte Eliſabeth;„mein Herz hat längſt entſchieden. Verzeih', wenn ich, durch die Ereigniſſe dieſer unglück⸗

lichen Nacht ſo ſehr erregt, nur einen Augenblick an 1 Dir irre wurde! Was jetzt auch fernerhin geſchehen mag, es wird mich nicht mehr im Glauben an Deine hohe Tugend erſchüttern.“ Sie reichte ihm die Hand, die er mit Heftigkeit an ſein Herz preßte.„Doch wirſt auch Du mir ferner noch vertrauen, nachdem Du mich ſo ſchwach geſehen?“

„In dem, was Du Schwäche nennſt, theure Eli⸗ ſabeth, erblicke ich nur einen neuen Beweis Deines hohen Seelenadels, und glaube mir, nie fühlte ich heftiger, welch ſchweres Geſchick auf uns laſtet, als in dieſem ernſten Augenblick. O Eliſabeth, in Dei⸗ nem Beſitz wäre ich allzu glücklich geworden. Mein Loos wäre nicht das eines gewöhnlichen Sterblichen geweſen. Uebermüthig in Deinem Beſitze, würde ich

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