Teil eines Werkes 
1. Theil (1855)
Entstehung
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Es bleibt mir nichts, als das armſelige Leben, wenn ich auch das erſtere verloren habe, und ſelbſt dieſes, welches ſchon längſt aller Freuden entbehrte, würde ferner nicht den geringſten Werth mehr für mich haben, wenn Sie glauben könnten, daß es jetzt mit einer ſolchen That befleckt ſei. Ich beſchwöre und betheure meine Unſchuld nicht. Doch blicken Sie auf, Eliſabeth! forſchen Sie ſelbſt, ob mein Geſicht, in deſſen Zügen Sie einſt meine Freude, meinen Kummer, Alles zu leſen vermochten, was mein Gemüth bewegte, ob dieſe Züge eine andere Spur verrathen, als die des Un⸗ muths, vielleicht des Zorns über den begangenen Frevel, als die der Sorge um Sie ſelbſt.“

Die Worte O'Donnels, die wohlbekannte Stimme des geliebten Mannes verfehlten auch jetzt nicht, den Zauber hervorzurufen, den ſie in den frühern glückli⸗ chen Zeiten ſo oft über Eliſabeth ausgeübt hatten. Der Zorn entſchwand, die Eisrinde ihres Herzens ſchmolz, jemehr ſie den wohlbekannten ſüßen Lauten horchte, und mit thränenfeuchtem Blicke ſah ſie end⸗ lich in das bleiche treue Geſicht des Geliebten, ſah, wie ſeine Augen ſo ruhig, wie ſonſt, auf den ihrigen weilten und ein leichtes Lächeln wie flüchtiger Son⸗ nenſtrahl aus trüben Wolken über ſeine düſtern Züge dahinglitt.

„Glanbſt Du mich ſchuldig, meine Eliſabeth,“ fuhr er fort,„ſo führe ich Dich ſogleich nach Lind⸗ ſayhall zurück und leiſte Verzicht auf jede fernere Er⸗ örterung. Der Zweck meines Hierſeins iſt kein ande⸗ rer, als Dich dem Vaterhauſe wiederzugeben. Fro⸗ her würde ich von Dir ſcheiden, wenn ich mein Bild vorwurfsfrei und tadellos in Deinem Herzen zu⸗ rückließe.

„Dein Herz, mein Lewis, hat ſich immer ſo treu