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23. ZWwei große Seelen.
O'Donnel hatte einige Augenblicke ſtumm im Ein⸗ gange des zwar dürftig, aber mit ſorgfältiger Ord⸗ nung ausgeſtatteten Gemaches Eliſabeth gegenüber geſtanden, die auf einen Seſſel niedergeſunken, den Kopf auf deſſen Lehnen geſtützt, düſter da ſaß und ſich den Dienſtleiſtungen und Liebkoſungen Sally's überließ, die vor ihr kniete und bald die Hände der Herrin mit Küſſen bedeckte, bald das braune Haar derſelben, das aufgelöſt auf die ſchöne Stirn und über die Schultern herabfloß, zu ordnen und zu flechten bemüht war.
„O, ſehen Sie doch auf, theure Lady!“ bat die Letztere,„da iſt ja der gute edle Sir Lewis. Wie können Sie noch länger befürchten, daß Ihnen in ſei⸗ ner Nähe auch nur ein Haar gekrümmt werde?“
Eliſabeth ſchreckte ſichtbar bei Nennung des Na⸗ mens zuſammen; ſie ſeufzte tief, doch ihr Kopf blieb auf die Hand geſenkt, und man ſah, wie ſie ſich ängſt⸗ lich beſtrebte, den Anblick des jungen Mannes zu ver⸗ meiden.
„Kann Eliſabeth es nur einen Augenblick für möglich halten, daß ich die Veranlaſſung dieſer für ſie ſo beängſtigenden und qualvollen Stunden ſei?“ Mit dieſen Worten unterbrach O'Donnel endlich das pein⸗ liche Schweigen.—„Ihre Meinung von mir, Ihr Vertrauen auf mich, Mylady, war bis heute mein höchſtes Gut, mein Alles, was ich mir gerettet hatte.


