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handelt nicht ferner aus Leidenſchaft, wie Ihr es lei⸗ der immer noch thut, ungeachtet aller meiner Ermah⸗ nungen. Ihr ſollt handeln, wenn die Zeit kommt, doch als Männer, die man bewundern und ſelbſt im Unglück nicht verachten ſoll. Mit Dir, Michaul Dahna, habe ich im Angeſicht dieſer Männer noch beſonders zu reden. Du haſt Dich unterfangen, hin⸗ ter meinem Rücken der Genoſſe einer Verbindung zu ſein, die ich nie gut geheißen, vor der ich Dich ſtets gewarnt, deren Theilnahme ich Dir ſtreng unterſagt habe; ja Du verläßt freventlich das Schloß, ohne mir etwas zu ſagen, verführſt Deinen Bruder und wirſt der Genoſſe eines abſcheulichen Verbrechens. Dieſe Männer ſind frei; ich habe ſie nur zu bitten,
zu warnen: Du warſt mein Diener, Dir hatte ich zu
befehlen. Du haſt demnach doppelt ſtrafwürdig ge⸗ handelt. Lohnſt Du mir ſo meine Liebe, Menſch, den ich wie einen Bruder behandelte? Hat die herzlichſte Sorgfalt, womit ich mich Deines Looſes annahm, keine Macht über die blinde Gier tobender Rachſucht, blutlechzender Leidenſchaft? Geh' mir aus den Augen, mich ſchaudert vor Dir! Von dieſer Stunde an kann ich Dich nur verachten, und Du haſt heute aufgehört mein Diener zu ſein. Wohnung behältſt Du mit Deinem Bruder im Parkhauſe; Deiner Frau werde ich monatlich Deinen Gehalt auszahlen; Deines Kin⸗ des werde ich mich ſtets als ein gewiſſenhafter Pathe annehmen. Nur von Dir will ich nicht länger be⸗ dient ſein.“
In Michauls Geſicht arbeitete und zuckte zu An⸗ fang dieſer Anrede ein wilder, gräßlicher Schmerz; er reckte mehrmals, wie in größter Verzweiflung, die Hände zum Himmel empor. Gegen Ende hatte er ſeine Faſſung wieder gefunden und ſich ſtolz.
Storch, ausgew. Romane u. Novellen. VII.


