Teil eines Werkes 
1. Theil (1855)
Entstehung
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obachtete und jedes ſeiner Worte mit einer gewiſſen Gier der Aufmerkſamkeit zu verſchlingen ſchien. Sie hatte alle Aufforderungen zum Tanze ausgeſchlagen, jedes Geſpräch verſagt, ſich mit gar nichts weiter ein⸗ gelaſſen, augenſcheinlich nur, um ſich ganz ungeſtört und ungetheilt dem Gegenſtande zu widmen, der ſie in ſo hohem Grade intereſſirte.

Lewis zog endlich Michaul's Ohr an ſeinen Mund und fragte leiſe, wer das liebliche Mädchen dort in der Ecke ſei. Sie hatte den Sinn der Frage ver⸗ ſtanden; denn plötzlich wandte ſie das wie vom grell⸗ ſten Wiederſcheine des Abendroths überpurpurte kleine Geſicht ab. Der Bräutigam aber verſetzte leiſe:Es iſt die einzige Tochter des alten Seelöwen O'Neil, des einäugigen Lootſen Evans. Sollten Sie ihn nicht kennen? Nein, nein! Er hat ſich erſt ſeit Ihrer Abwe⸗ ſenheit mit der ſchönen Tochter hier niedergelaſſen. Er hat zwar ſchon früher hier gewohnt; da ſind wir

beide aber noch ſehr jung geweſen.

Ganz recht! Aber einäugig war er nicht.

Er hat das rechte Auge auf ſeinen weiten See⸗ reiſen verloren; über ſechzehn Jahre iſt er zu Waſ⸗ ſer geweſen und hat ſeltſame Schickſale erlebt. Vor einigen Jahren kam er mit dieſer ſeiner Tochter wie⸗ der hierher, kaufte ſich ein Häuschen und nährt ſich ſeitdem als Lootſe, wie ſo viele Andre. Er iſt ſo häßlich entſtellt, daß ihn faſt Niemand mehr kannte. Man ſpricht auch von der Sally, ſo heißt das Mäd⸗ chen, mancherlei, was ich aber auf keinen Fall nach⸗ reden würde. Sie iſt brav und gut, hat nur ein et⸗ was lebhaftes Temperament.

Das Letzte hatte Lewis eben nicht bemerkt, denn ſo lange er ſie kannte, war ſie wie auf eine Stelle gebannt, ihr liebliches Geſicht ihm zugekehrt.