Teil eines Werkes 
1. Theil (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

meinte, die Kranke werde dieſen Herbſt noch ſchlafen gehen. Sie iſt ſeit der Geburt meines jüngern Bru⸗ ders ſchwach und elend geblieben und hat, wie Sie wiſſen, keine Kinder weiter geboren; ſeit dem unglück⸗ lichen Tage, wo unſre Väter fielen, hat ſie aber den Reſt und ſchlich die Jahre her wie ein Schatten. Wo iſt Dein Bruder? Hieß er nicht Andy?

Ew. Herrlichkeit zu dienen! Hier ſteht er hinter Ihnen, das bleiche, ſchmächtige Flachshaar, und be⸗ trachtet Sie mit Wohlbehagen.

Gieb mir die Hand, Andy! redete der Baro⸗ net den hochaufgeſchoſſenen ſechzehnjährigen Burſchen an,und werde ſo treu und ſo feſt wie Dein Vater, ſo mild und gut, wie Deine Mutter!

Das will ich mit Gott! verſetzte Andy, Thrä⸗ nen in den blauen Augen, und ſchlug herzhaft ein.

Sir Lewis fuhr nun fort, mit theilnehmender Herzlichkeit nach den Familien⸗Umſtänden der Andern zu fragen, die um ihn her ſaßen, und die er vertraulich beim Taufnamen nannte, und gern berich⸗ teten die heiter und geſchwätzig gewordenen Len

Sohne ihres ehemaligen Herrn die Veränderungen, die ſich während ſeiner Abweſenheit im Dorfe und in der Umgegend zugetragen hatten.

Endlich richtete Michaul Dahna das Wort an den Baronet:Nehmen Sie es nicht übel, Sir Lewis, wenn unſere treue Ergebenheit an Ihr Haus mir nun auch die Frage auspreßt, wie und wo ſich Ihre verehrten Geſchwiſter befinden, Miß Valentine, Miß Suſanne, Sir Oliver und Sir George, der am Tage des Unglücks, der uns unfre beiden Väter raubte, noch in der Wiege lag.

Ich habe dieſe Frage von Dir erwartet, gute Seele, verſetzte O'Donnel,und ich thue Dir gern