mit ehrerbietiger Verneigung einen großen Krug Spruce⸗
bier und einen mächtigen Tumbler Whisky, das Lieb⸗ lingsgetränk der Zrländer, neben die Schüſſel, indem er Seine Gnaden bat, ſich's nun gefallen zu laſſen, die Feier des Ehrentages armer Leute durch einen guten Appetit zu erhöhen.
Jeder der Anweſenden ſuchte ſich durch eine kleine Dienſtleiſtung dem Sohne des ehemaligen Herrn ge⸗ fällig zu beweiſen. Die Alten tranken ihm eine Ge⸗ ſundheit nach der andern zu; die Jüngern ſangen unter Begleitung der Harfe und des Dudelſacks ihre kräf⸗ tigen, ſchönen Volkslieder vor dem Hauſe, und Sir Lewis fühlte ſich dald ſo leicht und froh unter den ehrlichen Landleuten, von deren aufrichtiger Liebe zu ihm er vollkommen überzeugt war, daß er alle Lei⸗ den und Trübſale ſeines Lebens vergaß und ſich mit ganzer Seele den Eindrücken der Freude hingab.
„Nun erzählt mir, Ihr lieben Landsleute und Freunde,“ begann der junge Baronet, nachdem der erſte Sturm ihres lauten Entzückens vorüber war, „wie iſt es Euch ergangen, wie ergeht es Euch noch? Zwar hoff' ich eben nicht viel Gutes zu vernehmen, und der alte Lootſe John Boyle aus Dunmoore, der uns heimlich in unſer Vaterland hereingepaſcht hat, erzählte mir ſchon viel Trübes über Euere Verhält⸗ niſſe; aber ich will nicht allein Euere Freuden theilen, nein, ich will auch Euere Noth mit tragen helfen.“
„O, beſter Herr!“ ſeufzte Dunfoore,„wir wol⸗ len weder Ihnen noch uns den heutigen Tag mit Auf⸗ zählung der Uebelſtände, die uns drücken, verderben. Nein, Kleinod! Wir ſind froh, uns heute das Elend einmal einen Schritt vom Halſe geſchafft zu haben, das uns morgen um deſto wilder anfallen wird, wie ein heißhungriger, blutgieriger Wolf. Ach, Sir Lewis,
Storch, ausgew. Romane u. Novellen. VII. 2
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