Nachdem er aus dem Käfig gekommen, vertrieb er ſich die Zeit damit, daß er kleine Schachteli von Kar⸗ tenpapier verfertigte und mit Goldpapier überzog. Inwendig hinein klebte er einen Zettel, worauf ſein Name geſchrieben ſtand, und unter den Zettel legte er ein Haar ſeines langen Bartes. Auch ſtrickte er Geld⸗ beutel von bunter Seide Am Ende derſelben in den Knoten knüpfte er ebenfalls ein Haar ſeines Bartes. Beutel und Schachteln pflegte er Denen zu ſchenken, die ihn beſuchten. Er erhielt dafür ein Gegengeſchenk, wofür er ſich gute Lebensmittel kaufte.
Auch ſein Sohn beſuchte ihn ſpäter. Da aber derſelbe ein Tuchweber geworden war, ſo wollte der Vater nichts von ihm wiſſen. Mehrmals ſchenkte er ihm ſeine Baarſchaft, hernach bat er aber, daß man den unadligen Menſchen nicht mehr zu ihm laſſen möchte, der ſo gar nichts vom Geiſte ſeines Vaters geerbt habe.
Dina war früh vor Kummer geſtorben. Vierzehn Jahre lebte Kapitän Noreroß noch im Kerker, ſein braunes Haupthaar und ſein langer Bart waren ſilberweiß geworden, aber aus den Augen ſprühete immer noch das alte Feuer. Er hatte noch ſeine Le⸗ bensgeſchichte ausgearbeitet. Dann überfiel ihn eine Krankheit, an welcher er ſtarb. Er war ein ſiebenzig⸗ jähriger Greis geworden und hatte ein und dreißig Jahre im däniſchen Kerker geſeſſen. Zwei däniſche Könige waren unterdeſſen geſtorben und der Dritte
folgte ihm wenige Jahre nach.
Ende des dritten und letzten Theils.
Druck von Alexander Wiede in Leipzig.


