Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

giebt ſie gleich her, ſo wie ſie Euch nur einmal ge⸗ ſehen hat. Denn Ihr ſeid, auf Schifferparole! der ſchönſte Kerl, der mir jemals vor die Naſe gekommen iſt, und ich will nur die Augen ſehen, die die Frau Baſe machen wird, ſobald ſie Euere Flagge entdeckt! Zieht neue Segel auf und flickt Euer Takelwerk ein Bißchen aus. Ich wette darauf, Ihr kapert ſie und die Tochter dazu.“

„Wollen wir nicht noch einige von den ſchwedi⸗ ſchen Gefangenen mitnehmen, den alten Edelmann und den Unterofficier, den Bierbrauer? Es ſind ja noch mehr nette Kerle dabei.“

„Meinetwegen, wenn ſie ihren Kaffee bezahlen können. Ich darf ſie ſchon mitnehmen, wenn ich nur für ſie hafte, daß mir keiner entwiſcht. Na, ich will ſchon auf ſie Acht haben und die liebe Vetter⸗ und Baſenſchaft nebſt Kellner und Laufjungen helfen mir aufpaſſen. Ich will allemal, wenn ich mit Euch zu Madame Kragenlund gehe, ihrer zwei mitnehmen und mit ihnen abwechſeln, daß an Jeden etwas kommt.“

Norcroß ſcheerte ſich Bart und Haare und ſchaffte ſich anſtändige Kleider an, um ſeiner Geſtalt den möglichſt vortheilhafteſten Anſtrich zu geben. Der Oberprofoß, darüber entzückt, zählte in Gedanken ſchon die Gläſer, die er bei und mit ſeinem Vetter auf ſeiner Gefangenen Koſten leeren werde.

An einem Nachmittage ging Norcroß mit ſeinem Hüter nach dem Kaffeehauſe. Frau Kragenlund, ein rundes, nettes Weibchen, deren gefälliges Aeußeres noch des alten Früß Beſchreibung übertraf, empfing den neuen Gaſt mit ausnehmender Freundlichkeit, und trat demſelben mit ſichtbarem Vergnügen ihr Putz⸗ ſtübchen ab. Norcroß ſpielte erſt den Zurückhalten⸗ den, Scheuen und— da er bald ſah, daß die Frau