von Gott und den Menſchen geheiligt, es macht einen der Grundpfeiler aus, auf welchen das Staatsgebäude und die ganze menſchliche Glückfeligkeit ruht. Nehmen Sie dieſen Pfeiler weg, taſten Sie das geheiligte Recht an, und über lang oder kurz ſtürzt das Haus zuſam⸗ men und begräbt Tauſende mit ſeinem Schutte. Und iſt erſt das Recht von den Menſchen verläugnet, das Haus geſtürzt, dann tritt ein chaotiſcher Zuſtand der Anarchie ein, und Alles iſt verloren. Blutſtröme düngen die Erde, der Bürgerkrieg wüthet in den Ein⸗ geweiden des Volks, der Sohn kämpft gegen den Va⸗ ter, der Bruder mordet den Bruder, die Welt rollt aus ihrem Gleiſe, wie der Sonnenwagen, als ihn Apollo der ungeſchickten Hand ſeines Sohnes vertraute, und namenloſes Verderben wandelt, wie in der Mythe, über die Erde, bis Apollo ſelbſt die Zügel der Son⸗ nenroſſe wieder ergreift und der vorwitzige Phaston geſtürzt iſt, bis ein weiſer und ſtarker Mann, den der Himmel ſelbſt zum Könige der Menſchen beſtimmte, um dem Jammer ein Ende zu machen, das Ruder des lecken Staatsſchiffes ergreift, und— nun dann haben wir wieder Könige, erbliche Monarchien und die al⸗ ten eiſernen Rechte und Geſetze, die das Ganze weiſe zuſammenhalten, wie eiſerne Reife die Tonne, in welcher der gewaltige Wein gährt und brauſt; die Reife ſag' ich, werden wieder umgelegt und das to⸗ bende Gemiſch beruhigt ſich.“
„Sie malen mit kebendigen Farben, mein Freund. Die Welt muß meiner Meinung nach auf anderm Wege zum Ziel des Glücks und der Wohlfahrt geführt werden. Alles Schöne und Hohe auf Erden duldet keine Feſſeln, läßt ſich nicht erzwingen. Frei und von ſelbſt fallen die Göttergaben uns vom Himmel. Wo der Zwang waltet und das eiſerne, gegen die


