Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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Es iſt ſeltſam, ſagte Flaxmann, als die Schif⸗ fer ſchwiegen,ich habe dies Lied auf meinen See⸗ reiſen ſchon oft gehört; Engländer, Holländer, Dä⸗ nen und Schweden ſingen es, jedes Volk in ſeiner Sprache, aber Alle nach derſelben halb fröhlichen, halb melancholiſchen Weiſe; aber ſo oft ich es auch hörte, ſo wurden jedesmal alle Kinderträume in mir wach, und meine Jugend ging in bunten Gaukelbil⸗ dern an mir vorüber. Die kindliche Melodie muß es mit ſich bringen. Und es ſcheint mir faſt, als hätte das Lied ähnliche Gefühle in Ihnen erregt, mein Fräulein.

Warum ſollt' ich es läugnen? Dieſes Lied wäre vor wenigen Tagen ſpurlos an mir vorübergegangen, während es jetzt Empfindungen in mir erregt, wie ich ſie noch nie gehabt. Mir iſt ſo ſeltſam zu Muth ge⸗ worden, wie ſeit meiner Kindheit nicht. Ich bin, ſeit ich das Feſtland nicht mehr betreten, ſo umgewandelt, daß ich mich ſelbſt nicht mehr kenne.

Wie glücklich könnte der Mann ſein, der dieſe Verwandlung bewirkt hat! Doch laſſen Sie uns das vergeſſen! Der Sturm der Leidenſchaft iſt durch ein paar Ihrer Zauberworte beſiegt, und der erſt in ge⸗ waltiger Liebesglut und wilder Rache gegen Sie ent⸗ brannt war, wünſcht jetzt Ihr Freund zu ſein. O möchten Sie mir eine Schweſter werden, Friederike!

Sie reichte ihm die Hand und ſagte:Gern. Sie häben ja aber ſchon Schweſtern?

Zwei. Doch ſind ſie todt für mich. Die Ael⸗ tere iſt die Gattin eines Whigs, der ſich für den Kur⸗ fürſten von Hannover erklärt hat. Sie hat die Grund⸗ ſätze ihres Stammhauſes abgeſchworen. Wir ſehen uns nie wieder. Die ZJüngere iſt von Reichthum und der großen Welt verdorben. Sie hat alle Heiraths⸗