bleiben, und nichts iſt mir drückender als Verbindlich⸗ keiten, die ich nicht löſen kann.“
Während dieſer Worte ſchickte ſich der junge Mann an, das Haus zu verlaſſen. Man ſah, welche Gewalt er ſich anthat, nicht die Faſſung zu verlieren. Der Kapitän näherte ſich ihm von neuem, um ihm, wie es ſchien, etwas heimlich zu ſagen; der Spion blickte ungeduldig nach dem Fenſter. In dieſem Augenblicke ließ ſich ein Tambour mit gewaltigen Trommelſchlägen auf der Straße vernehmen; zwiſchen dem Lärm der Trommel vernahm man das Jauchzen und Rufen einiger Männerſtimmen. Dieſer Ton ſchien auf die Verſammlung einen eigenen Zauber auszuüben; denn es entſtand ſogleich ein luſtiges und ausgelaſſenes Rufen und Schreien.
„Was iſt das?“ fragte der Jüngling erſtaunt den Spion.
„Die däniſche Werbetrommel“ verſetzte dieſer.„Und weil unter der däniſchen Fahne das beſte Leben von der Welt iſt, ſo eilen ihr viel junge luſtige Geſellen zu. Hört nur wie ſie jubeln!“
Im Geſicht des jungen Mannes, der zum Fenſter geeilt war, blitzte es auf.„Der Lieutenant Kreuz
zahlt ein guteß Handgeld,“ fuhr der Verſucher fort,
der ihm gefolgt war; je nachdem der Mann iſt, gibt er dreißig bis funfzig Reichsthaler. Und ein ver⸗ gnügtes Leben iſt in Dänemark! Da weiß man nichts von der Hungerleiderei und Strenge des Schwe⸗ denkönigs; alles iſt vollauf und der Soldat hat ſeine Freiheit!“
Auf der Straße ſchritt der lärmende Zug am Hauſe vorüber. Vorweg der Tambour, das Kalbfell erſchütternd, dann der lange Lieutenant, in der linken Hand einen vollen Geldſack, auf welchen er mit der


