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Gelegenheit einen geſpickten Beutel voll Louis ſehen; ſein Kamerad zur Rechten iſt ſicherlich Seemann, das hab' ich ihm aus ein paar Worten abgemerkt; viel⸗ leicht gehört er zu dem ſchwediſchen Kaper, der ſich am verwichenen Montag in Cuxhaven vor Anker ge⸗ legt hat.“
„Mordelement! kein Hund von Schweden weiter wagt's, ſich den Dänen ſo auf die Naſe zu ſetzen, wie der Kapitän John Norcroß, und ich wollte gleich mein Portepée dran ſetzen, Norcroß iſt's, der ſich nach Cuxhaven wagt und ruhig hinlegt, als wäre Däne⸗ mark ſo weit wie die Inſel der einäugigen Leute. Ich verſpüre Luſt ſeine Bekanntſchaft zu machen, obgleich er den Dänen ſchon viel Sc aden gethan, und ſollt' ich auch meinen Recruten drüber verlieren.“
„Bei Leibe nicht!“ verſetzte der am Fenſter.„Herein dürft Ihr nicht, Lieutenant Kreuz; ich verlöre am Ende meine Extralöhnung, und Ihr könnt's glauben, es wird einem Spion ſauer genug gemacht, ſolch Stück Wild⸗ pret aufzutreiben und einzukreiſen. Man verdient ſein Geld ehrlich und redlich dabei.“
„Mordelement! bleib' mir mit Deiner chrlicheit vom Leibe! Das klingt, als wenn ich von meiner Gottesfurcht reden wollte. Sag' lieber, ſoll ich meinem Tambour einen Wink geben?“ Der Spion wandte den lauernden Blick wieder nach innen und beobachtete die Mienen und Bewegungen des jungen Menſchen, deſſen breiter Hut jetzt wie in Verzweiflung zurückgeſchoben war. Der Kerl nickte dem Lieutenant mit ſataniſcher Freude zu, denn er hatte bemerkt, daß das Geldhäuf⸗ chen verſchwunden und der Jüngling wahrſcheinlich rein ausgebeutelt war; doch wartete er noch einige Augenblicke, um zu erſpähen, ob das Schlachtopfer nicht noch eine Reſource habe. Wirklich riß der Jüng⸗


