— 285—
rice, thu Dir kein Leids an! Ach, aber daß Du ein Ketzer geworden biſt!“
„Laßt ihn gewaͤhren, ehrſame Frau,“ ſprach der Pater gelaſſen; denn nun hatte er den richtigen Jeſuitenton wiedergefunden.„Wenn er wahrhaftige Buße thut, der katholiſchen Kirche ſich ganz auf Gna⸗ de oder Ungnade hingibt, ſo kann er vielleicht wieder in den Schoos derſelben aufgenommen und dereinſt ſelig werden. Die erſte Bedingung iſt aber ein offe⸗ nes Bekenntniß.“
„Ich will Alles thun, was Ihr wollt hochwuͤr⸗ diger Pater, will mich ganz Eurer Gnade anheim geben, verfuͤgt mit mir nach Belieben. Auch beken⸗ nen will ich Alles, fragt mich nur. Keine Antwort will ich Euch ſchuldig bleiben. Nur erlöſt mich aus der Verdammniß. Die ganze Ketzerbrut ſollt Ihr kennen lernen. Räͤcht Ihr die Schmach, die man mir angethan hat. Ja Ihr ſollt mein Raͤcher ſein. Ha! ich bin ſcheußlich betrogen, geſchaͤndet. Hilf Himmel! ich bin ja eigentlich gekommen, Euch zu ver⸗ rathen, daß ſie dieſen Abend beiſammen ſind und die Predigt horen und das Abendmal mit Brot und Wein genießen. Aber Ihr muͤßt mir Vergebung aller mei⸗ ner Suͤnden geloben, muͤßt mich reinigen und als ein Schuldloſer in die Kirche wieder aufnehmen. Denn wahrlich, ich kann ihr Großes nutzen.“
Milde und Sanftmuth auf dem Geſicht, Ver⸗ gebung auf den Lippen trat der Pater zu dem Klei⸗


