hören. Das iſt eine Suͤnde vor Gott und mir Dein Wandel ein Graͤul geweſen, Jeanette.“
„Wie ihr nur ſo ſprechen könnt!“ fiel Jeanette unwillig der ſchmählenden, redſeligen Tante ins Wort.
„Was ſoll mein Bruder von mir denken, wenn er
auf Eure Worte achtet? Sind ſie doch eine foͤrmliche Anklage gegen mich und meine Tugend, Zucht und Ehrbarkeit.“
„Ich ſage nichts weiter, als was ich geſehen, gehoͤrt, und was ich daruber gedacht habe.“
„Und iſt der Beſuch, den ich bei Dir traf, Jeanette, nicht Anklage genug? Koͤnnte er nicht Ur⸗ ſache zu jeglichem Verdacht werden, falls ich, argwoh⸗ niſch auf Deine Tugend, einem ſolchen Platz in meinem Herzen vergoͤnnen wollte? Jeanette, wer war der tro⸗ tzige Burſche?“
„Du ſollſt es erfahren,“ ſchluchzte ſie und weinte dann wieder heftiger.„Jetzt wartet Dein Pferd an der Thuͤre und begehrt des Stalles und des Futters, fuͤhre es erſt herein, damit wir ihm ei⸗ nen Platz bereiten.“
„Wer war dieſer Geſelle?“ fragte Theophile ſchar⸗ fer betont.„Weiche mir nicht aus Jeanette!“
„Ein Diener aus dem Hauſe des alten Herrn Buͤrgermeiſters d'Alban,“ ſagte ſie raſch, aber die Tante ſchuttelte ungläubig den Kopf, und Theophile, der dieß nicht zu bemerken ſchien, ſchritt heftig bewegt
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