Teil eines Werkes 
1. Theil (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

gebe der Holden einen Himmel auf Erden; ſie ver⸗

dient's! Charlot ſeufzte bei dieſen Worten, ſtrich ſich mit der flachen Hand uͤber das bluhende Mannsgeſicht und fuhr dann in einem wehmuͤthigen Tone fort:Theure Stadt an dem uͤppigen Meeresufer, dich ſoll ich nach vielfach üͤberſtandenen Gefahren wieder ſehen, ihr In⸗ ſeln ohnfern des Geſtades, auf denen ich als Knabe geſpielt, ihr Felſen am ufer, von denen ich ſonſt ſehn⸗ ſuͤchtig in das weite Meer hinausgeblickt und die im Hafen landenden Schiffe jauchzend begruͤßt; kleines Haus, wo ich geboren, und all' ihr lieben Plaͤtzchen,

wo ich geſpielt, ihr ernſten Kirchen und ſtillen Bet⸗

häͤuſer, wo ich Gott furchten und lieben lernte, ihr ſeid mir alle in der Erinnerung theuer geblieben und mit Juͤnglingswonnen werd⸗ ich euch wiederbegruͤßen. Auch in das hohe alte Haus des Buͤrgermeiſters werde ich kommen, gleich nach meiner Ankunft muß ich da⸗ hin; wie wird das Herz mir ſchlagen, wenn ich die Raume wieder begruͤße, wo ich ſie, die Einzige, zuerſt geſehen. Doch ſtill, mein Herz, daß Du mir die Thrä⸗ nen der Wehmuth nicht in die Augen treibeſt! Er ſchwieg und d'Armevall ehrte dies Schweigen ſeines Freundes. Erſt gegen Abend entſpann ſich wieder ein zuſammenhaͤngendes Geſpräch zwiſchen den Reiſenden, welches ſie in der Perberge noch lange zuſammen⸗ feſſelte. Wieviel haben zwei engverbundene Freunde ſich nicht zu ſagen, ehe ſie ſich fuͤr lange Zeit trennen!

Nach Kuß und Gruß, nach manchem herzlichen Lebe⸗

* 2