Geſchaͤfte und Arbeiten, die Frommen faſten vom Auf⸗ gang bis zum Untergang der Sonne.
Die Birmanen lieben die Dichtkunſt und Muſik ſehr. Ihre Gedichte ſind melodiſch und dem Dhre angenehm, und beſtehen bald aus einander folgenden, bald aus abwechſelnden Reimen. Sie haben epiſche und geiſtliche Gedichte. Die Muſik nennen ſie die Sprache der Goͤrter; ſie wird allgemeiner betrieben als in Hindoſtan.
Das birmaniſche Alphabet beſteht aus 33 Buchſta⸗ ben. Die Birmanen ſchreiben von der Linken zur Rechten. Ihre Buͤcher beſtehen, wie die indiſchen aus Palmyrablättern, auf welchen man mit einem Griffel die Buchſtaben eingraͤbt; ſie ſind aber ſchoͤner verziert. Ein jedes Kloſter hat eine Sammlung von Buͤchern, welche in lakirten Kaſten verwahrt werden. Heilige Buͤcher werden auch auf duͤnnen, gepreßten Bambusſtreifen geſchrieben, welche auf der Oberflaͤche ſehr fein geglaͤttet ſind. Dieſe werden nachher ver⸗ goldet und darauf die heiligen Buchſtaben mit ſchwar⸗ zen glaͤnzenden Firniß gemalt. Der Rand der Blaͤtter iſt mit goldenen Figuren oder Blumen, auf rothem, gruͤnen oder ſchwarzen Grunde verziert.
Von unſerer Ankunft bis zum zo. Auguſt, dem zu unſerer feierlichen Einfuͤhrung beſtimmten Tage ſiel nichts Merkwuͤrdiges vor. Wir genoſſen jede Bequem⸗ lichkeit, welche das Land gewaͤhren konnte. In mei⸗ em öffentlichen Charaktet betrug ſich der Hof von


