Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1832)
Entstehung
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auszumachen wiſſen. Die Birmanen bedienen 0 der Dezimalrechnung.

Die Birmanen ſind lebhaft, neugierig, Sntul⸗ dig und leicht aufzubringen. Ihre Weiber werden nicht, wie in Hindoſtan in Harems einge ſperrt, ſon⸗ dern ſie koͤnnen ftei umhergehen; doch wird die Frau gegen den Mann als ein geringeres Geſchoͤpf betrach⸗ tet. Das Zeugniß einer Frau iſt vor Gericht weniger gultig, als das maͤnnliche. Sie wird auch nicht in die Gerichtsſtube gelaſſen, ſondern muß ihr Zeugniß außerhalb derſelben ablegen. Der Gebrauch, an Fremde ihre Weiber zu verkaufen, herrſcht nur in der niedrig⸗ ſten Volksklaſſe. Das Geſetz verbietet aber, die Frau aus dem Lande zu führen. Mädchen mit einer birma⸗ niſchen Frau erzeugt, duͤrfen auch nicht auswandernz den Maͤnnern hingegen ſteht es frei.

Hauſe ſind ſelbſt die vornehmſten Frauen im⸗ mer beſchaͤftigt; ihre Dienſiboten arbeiten am Webe⸗ ſtuhl, und ſie ſelbſt fuͤhren die Aufſicht. Alle birma⸗ niſchen Frauen verfertigen das zum Hausgebrauch ere forderliche Baumwollen⸗ und Seidenzeug.

Auf unſern Wanderungen und Speziergaͤngen be⸗ merkten wir keinen Vogel, welcher nicht auch in Hin⸗ doſtan gefunden wuͤrde. Von den vierfuͤßigen Thieren fiel uns nur der Ichneumon auf. Elephanten gibt es in mehreren Diſtrikten, doch ſind ſie eigentlich in Pegu ju Hauſe. Einer der Titel des Beherrſchers von Birma