Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1832)
Entstehung
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Die Stadt Ummerapura beſteht aus 4unterge⸗ ordneten Gerichtsbarkeiten; jede mit einem beſonderen Magwuhn. Bei Hauptverbrechen ſchicken ſie ihre Ver⸗ höre mit ihrem Gutachten an den Staatsrath, dieſer revtdirt die Akten, und berichtet das Reſultat dem Koͤnig, welcher den Beklagten entweder begnadigt oder verurtheilt. Der Magwuhn muß immer bei ihrer Voll⸗ ſtreckung zugegen ſeyn. Wer ſich einer ungebuͤhrenden Gewalt anmaßt oder der Verraͤtherei ſchuldig befunden wird, den erwarten ſchwere Strafen. Wer zum erſten Mal ſtiehlt, verwirkt das Leben nicht, außer wenn der Werth 600 Thaler überſteigt oder Mord und Verluſt der Glieder mit demſelben verbunden iſt. Sonſt wird dem Verbrecher nur ein Kreis mit Schiebpulver und Pu⸗ktiren in beiden Wangen eingerieben, und ſeine Bruſt mit dem Wort: Dieb, nebſt Anzeige der ge⸗ ſtohlnen Sache auf gleiche Art bezeichnet. Beim zwei⸗ ten Diebſtahl verliert er einen Arm, und bei dem drit⸗ ten das Leben. Enthauptung iſt bei die ſem und andern ſchweren Vergehen die gewoͤhnliche Todesſtrafe.

Der koͤnigliche Hofſaat in Birma iſt glaͤnzend, ohne Verſchwendung und zahlreich, ohne durch die Menge der Perſonen laͤſt'g zu ſeyn. Aus den vier Staatsmiuiſtern, welche Wuhngies(Laßtraͤger) beißen, beſteht der koͤnigliche Staatsrath, welcher ſich taͤglich von 424 Uhr im Palaſt verſammelt. Von ihnen erhalten die Stadthalter in den Provinzen Be⸗ fehle, ſie fuͤhren die Bberaufſicht uͤber iedes Landes⸗