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dieſem Drte ſollen grofe Ruinen einer weit groͤßern Stabt und Feſtung als der jetzigen liegen.
Vom Prome ſegelten wir den 41. Juli nach Pua⸗ dang, einem Dorſe mit einem ſehr heilig gehaltenen Lempel des Gaudma, welcher hier ſelbſt gewohnt haben ſoll. Einen ſeiner Fußſtapfen ſieht man in einer Marmorplatte. Zu Miadaͤh verweilten wir einige Tage. Es iſt ein Zeichen von Ehrerbietung, wenn man einem zu Waſſer Reiſenden eigne Haͤuſer am Ufer erbaut. Füͤr den Koͤnig werden auf allen Reiſen Ge⸗ vaͤnde, nach der gewohnlichen Bauart, aufgefoͤhrt. Bei Errichtung derſelben wird vorzuͤglich auf den Rang des Reiſenden geſehen; der Vorzug beſteht hauptſaͤch⸗ lich in der groͤßern Anzahl der Abſtufung des Daches. Dieſe Rangunterſchiede erſtrecken ſich ſogar bis auf Kleinigkeiten z. B. Flaſchen, Beteldoſenu. f. w. Das groͤßte und bequemſte Haus laͤßt ſich in einem Tage errichten. Bambus, Rohr und Binſen ſind die einzi⸗ gen Materialien zur Erbauung derſelben.
Miadaͤh iſt klein, aber gut gebaut und reinlichz das Fort jedoch, wie alle im Lande, verfallen. In der ſchoͤnen Umgegend ſind viele Kloſter und Tempel in lieblichen Hainen zu ſehen. Der Maywuhn war ſehr gefaͤllig und ſchickte mir taͤglich Frchte, Fiſche und Milch. Obgleich es verboten iſt, Thiere von ir⸗ gend einer Art zu toͤdten, ſo mächte man doch eine Ausnahme mit dem Wildprett. Auf unſern Spazier⸗ gaͤngen fanden wir auch einen flachen Granitſtein⸗


