Teil eines Werkes 
4. Th., 3. Bdchn (1832)
Entstehung
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mit einem Schnallenguͤrtel an ihr Leibchen befeſtigtz zugleich tragen ſie ſtets ein Oberkleid. Die Augen der tuͤrkiſchen Damen ſind niemals blau, ihre Haͤnde ſind klein und weiß und mit Ringen und Armbaͤndern ge⸗ ſchmuͤckt. Die Mode gibt hier dem Buſen niemals eine Stütze, und ihre Kleidung ſteht ihnen, beſonders durch den zierlichen mit Caſchemir⸗Shawls umguͤr⸗ telten Turban, ſehr wohl, welchen keine europaͤiſche Dame ſo gut zu legen verſteht.

Nach einer Reiſe von 3 Tagen erreichte Carne die Ruinen von Balbeck, welche er erſt ganz nahe beim Platze wahrnahm. Das Dorf Balbeck iſt un⸗ bedeutend, hat aber doch eine Moſchee. Indem Carne auf dem Wege nach den Tempel⸗Ruinen war, erſchien der Sheit des Dorfes, nicht ſo wohl, um zu unterſuchen, wer die Fremden waͤren, als 21 Piaſter zur Erlaubniß, die Tempel⸗Ruinen zu beſehen, abzu⸗ nehmen. Die Sonne ging gerade uͤber dem großen Tempel unter, und vor Carne war der Anti⸗Li⸗ banon mit Schnee bedeckt; ͤbrigens war die Ebene ſchoͤn, ſo weit das Auge reichte. Bunte Tauben fio⸗ gen um das Gemaͤuer der Ruinen, zwiſchen welchen viele Baͤume und Blumen ſtanden und klarer reißen? der Fluß ſtroͤmte. Die aͤußere Mauer in Norden des großen Hauptgebaͤudes iſt ungemein hoch und etwa 600 Fuß lans; die weſtliche Mauer iſt niedriger und mehr beſchaͤdigt. Der Tempel ſelbſt iſt ungefaͤhr 180 Fuß lang und oo breit; auch von 44 Pfeilern faſt 60

81tes Bändchen. Türkei. IV. 3. 5