Teil eines Werkes 
4. Th., 3. Bdchn (1832)
Entstehung
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Dberkleider von ſich, ſprangen in die Hoͤhe und ſchleu⸗ derten wie Wuͤthende ihre Arme um ſich her. Als ihre Einbildungskraft ſich noch mehr erhitzt hatte, ſtanden einige faſt nackt da, andere ſchaͤumten aus dem Munde und ein Paar erſchoͤpfte Greiſe ſielen unter lautem Ausruf Gottes und des Propheten zur Erde nieder. Einige bezeichneten mit rothgluͤhendem Eiſen Cheile ihres Koͤrpers, heulten vor Schmerz und fuhren doch fort, den Namen des Ewigen anzurufen. Oft hatte Carne von gebildeten Luͤrken gehoͤrt, daß viele Derwiſche liederliche Buben waͤren. Es gibt unter ihnen mehrere Orden; einige leben in Kloͤſtern, andere wandern als Pilgrime und leben beſonders von der Gaſifreundſchaft der Glaͤubigen. Carne ſah einmal einen Derwiſch von der letzten Klaſſe, der jung und mit weibiſch⸗ſchoͤner Bildung war. Er hatte ein lan⸗ ges Haar, welches ihm aus Nacken und Bruſt wallte, woran er buntes Glas gehaͤngt hatte. Andere Der⸗ wiſche ſieht man wallfahrten mit dickem ſtruppigen Haare, wildem Blicke und halb nackend; gerade dieſe ſind bei den Muſelmaͤnnern in groͤßter Achtung; denn es gibt unter den Derwiſchen treue Lehrer und ſittli⸗ che Menſchen, welche theils wallfahrten, theils mit vieler Enthaltſamkeit als Einſiedler leben, und wenn man ſie um Rath fragt, mit Geſchenken belohnt zu werden pflegen. Die hochſte Klaſſe dieſer Heiligen heißen Santone, ihre Graber haben ſchoͤne Denkmale und auch nach ihrem Ableben erweiſt man ihnen Ehrerbietung.

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