Teil eines Werkes 
4. Th., 3. Bdchn (1832)
Entstehung
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Baͤume ſeinen Geiſt aufgab. An der naͤmlichen Stelle ſchenkt jetzt ein Armenier Caffee außer den Mau⸗ ern. Erſchopft durch Hitze und Ermuͤdung ruhet man hier auf reichen Kiſſen an einem Springbrunnen, trinkt arabiſchen Caffee oder Scherbet und raucht kuͤhlen Ta⸗ bak aus einer durch Waſſer geleiteten Roͤhre.

Bald nachher erblickte Carne den Schutthaufen einer eben zerſtorten griechiſchen Kapelle, mit einem heiligen Fiſchteich. Als naͤmlich der wilde Mahmud die Stadt mit Sturm in Beſitz nahm, briete ſich ein griechiſcher Prieſter einige Fiſche, welcher, als ihm ein Bote die Eroberung von Conſtantinopel verkuͤn⸗ dete, ausrief:Ich glaube es nicht, ehe ich meine gebratenen Fiſche aus der Pfanne ſpringen und im Zimmer ſchwimmen ſehe. Aber das Wunder geſchah und zu deſſen Andenken wurden die Fiſche in einem Teiche aufbewahrt. Jetzt ſind die Geiſtlichen mit ihren Fiſchen von den Luͤrken erſchlagen. Ein Paar, Carne begleitende Griechen vergoſſen Thraͤnen, als ſie dieß Heiligthum als Ruine ſahen. Hier nahm Carne mit ſeiner Geſellſchaft ein Boot und landete nicht weit von Atmeidan, oder dem Hauptplatz in Conſtantinopel mit der praͤchtigen Moſchee Sul⸗ tan Mahmudsz aber damals war es keinem Euro⸗ päer vergoͤnnt, das Innere der Haupt⸗Moſchee zu betreten. Indem er bei dem Serail vorbeiging, konnte er im Pintergrunde reiche Gaͤrten wahrnehmen, ohne ſich dahin wagen zu duͤrfen. Am Fuße des Tho⸗

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