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der Kuͤſte zu halten, worauf der Capitain ſein baares Geld verbarg und an jeder Seite ſeines Schiffes ein bemanntes turkiſches Boot anlegte; als ſie aber wahr⸗ nahmen, daß das Schiff keine Abſicht haͤtte, den Grie⸗ chen Kriegsmunition zuzufuͤhren, ſo gaben die Tuͤr⸗ ken die Erlaubniß zum Weiterfahren.
Nach dieſem kurzen Aufenthalte ſegelte Carne in das Meer der Dardanellen, indem Aſien ihm rechts, Europa ihm aber links lag. Die tuͤrkiſchen Staͤdte und Doͤrfer lieferten einen ſchoͤnen Proſpect wegen der vielen zwiſchen den Haͤuſern ſich erheben⸗ den Baͤume, welche mit ihrem hohen Gruͤn den groͤß⸗ ten Theil der Haͤuſer beſchatten, die meiſtens niedrig, von Holz gebaut und mit ſehr flachen Daͤchern verſe⸗ ben ſind. Sie haben entweder einen rothen, weißen oder grauen Anſtrich und mit Holz eingefaßte Fenſter⸗ In jedem Dorfe erhebt ſich das ſchöne weiße Minaret einer Moſchee. Das Getreide war meiſtens ſchon ge⸗ ſchnitten und Carne erblickte in dieſem Hochwalde manchen kuͤhlen Kiosk. Es wurde Nacht, ehe er das ſogenannte Stambul erreichte. Waͤhrend der letzten Tage ſeiner Reiſe hatte er ſtets einen blauen, mit wei⸗ ßen Wolken eingefaßten Horizont erblickt, und am freundlichſten war gerade ſein letzter Reiſetag geweſen⸗ als ihn ein ſanfter Suͤdwind nach der Rhede der Hauptſtadt des Drients brachte. Sobald man in dem engen Canal die Spitze des Serails umſchifft hat, ſo erblickt man das ſchoͤne Amphitbeater der


