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trike beſtehen, uͤberließen ſie ihre Angelegenheiten den Haͤnden der Griechen, ausgelernten Meiſtern in der Beſtechungskunſt. Erſt ſeit dem Jahre 1524 fangen ſie an, mit eigenen Augen zu ſehen, und ſeit jen Zeit leuchtet auch mehr Aufrichtigkeit und Wuͤrde aus iy⸗ ten Unternehmungen. Noch ſicht man iwar einige Dragomaus, die den Großen der Pforte das Fleid käſſen, oder ſich zu ihren Fütßen werfen; allein die Zeiten ſind voraͤber, wo ein ſolcher Dolmetſcher Ko⸗ vfe und Paſchaliks verkaufte. Man uͤberſetzt unſre militaͤriſchen Reglements und Lheorien, ja ſelbt unſere Geſetbuͤcher. Die Franzo⸗ ſen werden bei den Turken als die Meiſter aller ver⸗ nünftigen Einrichtungen, und Näpoleon als ein lweiter Prophet betrachtet. Junge Muſelmänner wer⸗ den nach Paris geſchickt, und bald wird man in Kon⸗ ſtantinopel Militärſchulen ſeben, die aus den franzs⸗ ſiſchen hervorgingen. Selbſt die franzöſiſche Sprache ſcheint die Hofſprache werden zu wollen. 6 Schon im achttehnten Jahrhundert ward die tur⸗ kiſche Artillerie durch franzoſiſche Agenten verbeſſert, und Bonaparte hatte vom Wöhlfahrtsausſchuſſe die Volmacht erhalten, in türkiſche Dienſte öberutreten. Die Befeſtungen des Bösvorus und der Dardanellen ſnd das Werk framoſiſcher Sngenicurs. Geſundheits⸗ ofiziere der framzoſiſchen Armeen ſind in den türkiſchen Spitülern angeßellt, allein es iſt wahr, daß der Un⸗


