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außerordentlichen umſtaͤnde, welche die Lage der Sach⸗ ſen betreffen, iſt der geheimnißvolle Schleier, der ihren urſprung und die Zeit bedeckt. Sie ſollen von den Sachſen abſtammen, die Karl der Große aus Nord⸗ Deutſchland dorthin verpflanzte; nach andern von den Saei, einem alten, Daciſchen Volke. Die ſaͤchſiſche Heptarchie beſteht aus ſieben, mit einer großen Anzahl Doͤrfer umgebenen Hauptſtädten⸗ In den Städten wohnen die beſſern Klaſſen des Lan⸗ des, die weder Edelleute noch Unterthanen, ſondern Halbadeliche ſind; in den Doͤrfern findet man faſt lauter Proteſtanten. Ueber allen Hausthuͤren liest man einen religioͤſen Denkſpiuch. Man ſieht weder Huͤtten noch Paläſte, ſondern Haͤuſer, welche Wohl⸗ ſtand verkuͤnden. Die Landleute ſind Eigenthuͤmer des Bodens, den ſie bebauen, und wobei ſie viele Freiheiten genießen. Nur kleine Steine bezeichnen die Graͤnze ihres Eigenthums. Nicht gar weit von Herrmanſtadt gelangten wir nach Chriſtiana. Dieß iſt ein ſehr bevoͤlkertes Dorf, in der Mitte einer fruchtbaren Ebene. Spaͤter erreichten wir Saleſti, von Waldungen umgeben. Erſt in der Nacht kamen wir nach Muͤhlenbach⸗ wo wir durch ein eingeſtuͤrztes, ehemals befeſtigtes Thor einwanderten. Man pflegt hier zu Lande neue Thore neben den verfallenen zu errichten, und dieſe als Andenken ſtehen zu laſen. Dieſer Ort war die Hauptuiederlaſſung der Sachſen, und zählt jetzt fal


