Teil eines Werkes 
4. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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den getogen, und von drei Wallachiſchen Bauern ge⸗ fuͤhrt wurde. Mein Gepaͤck wurde hinterwaͤrts gelegt, und wir befanden uns vorn in einer Art von Stuvel, in der man ſich ſetzen, legen, oder auch wohl auf⸗ recht ſtehen konnte.

Herrmanſtadt zaͤhlt etwa 2600 Haͤuſer und 40,000 Einwohner, welche groͤßtenthetls Sachſen und Lutheraner ſind. Es gibt aber auch daſelbſt Wallachen, Griechen und Katholiken, die vollkommene Religions⸗ freiheit genießen. Die Bibliothek, von Freiherrn von Brockenthal gegruͤndet, hat 13,000 Baͤnde, und die Einwohner zeigen viel Geſchmack an Literatur. Doch hat die Reglerung eine ürenge Cenſur einge⸗ fuͤhrt, wodurch die beſten Buͤcher verboten wurden.

In der Naͤhe, noͤrdlich von Herrmanſtadt, entdeckte man vor Kurzem einen roͤmiſchen Bergbau⸗ Das Haus des Münzmeiſters iſt eben ſo gut erhalten, als die vom Herkulanum. Es iſt mit Steinen von verſchiedenen Farben gepflaſtert, und mit ſehr gut erhaltenen Bildſaͤulen verziert. In mehrern Stuben fand man Urnen voll Goldſtucke.

Wir gingen durch das nordoͤſtliche Thor aus H err⸗ manſtadt, und betraten ſogleich ein reiches, wohl⸗ angebautes und velkreiches Land, welches fruͤher eine ſͤchſiſche Heptarchie war. Dieſer Theil von Sie⸗ benbuͤrgen wird vom einem Volke bewohnt, wel⸗ ches durch Sprache, Sitten und Aeußeres gar ſehr von denen verſchieden iſt, die es umgeben. Einer der