151
lich, und dabei ſind ſie immer bereit, veraͤchtliche Dinge zu unternehmen, wovor zartfuͤhlende Menſchen einen Abſcheu hegen.
Nachdem wir bei dieſer Hebraͤer⸗Colonie vorbei waren, wo den Augen und Phren, ja ſelbſt der Naſe nichts Angenehmes begegnete, kamen wir zu der Bruͤcke, welche nach Kyat⸗Kana, Papierhaus, fuͤhrt, worin der Sultan Selim eine tuͤrkiſche Buchdruckerei an⸗ gelegt hatte, die aber jetzt wieder aufgegeben iſt. In den beiden Gruben, Ali⸗Bey⸗Su und Kyat⸗Kana⸗ Su, fließt wenig Waſſer; ſie ſind die einzigen in der Naͤhe der Stadt. Dagegen erbauten die Luͤrken in den Gebirgen in der Naͤhe des ſchwarzen Meeres große Waſſerbehaͤlter. Allenthalben, wo ſie auf ein Waſſer⸗ bett ſtießen, ſetzten ſie ihm einen Damm; das Waſſer bildet einen dreieckichten See. Der Damm iſt ge⸗ woͤhnlich mit Marmor überkleidet, mit Bildhauer⸗ Arbeit im vrientaliſchen Geſchmacke verziert, und ge⸗ waͤhrt einen großen, praͤchtigen Anblick. Urſpruͤnglich wurden die Waſſerbehaͤlter von den griechiſchen Kai⸗ ſern erbaut; doch die Turken vervielfaͤltigten ſie, und zeigten darin wirklich Kenntniſſe in der Hydraulik. An die Behaͤlter ſind Baͤume geſetzt, ſie ſchattiger zu machen, und es iſt ſtrenge verboten, einen auszureiſ⸗ ſen, daraus Waſſer zu ſchoͤpfen, oder abzuleiten, In Konſtantinvpel wird dann dieſes Waſſer in unge⸗ heueren Ciſternen aufbewahrt. Die wichtigſe Waſſer⸗ leitung iß noch immer die des Kaiſers Valens.
*


