Teil eines Werkes 
4. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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det, und das Abendeſſen beſteht aus dem, was man mitbringt. Die Betten ſind Stroh oder Bretter.

Mein Gefaͤhrte war mein alter Freund Muſtapha⸗ ein Janitſcharen Tatar, ein geborner Schweizer, der ſehr jung mit einem Kaufmann von Livorno auf das Mittellaͤndiſche Meer ging, von einem afrikani⸗ ſchen Corſaren gefangen, und nach Cairv verkauft wurde, wo er ſpaͤter zum Islam uͤberging. Er hatte mir einen Janitſcharen-Mantel verſchafft, ſo ſteif wie ein Brett, aber ein vollkommener Schutz gegen Wind und Regen. Ferner wurde eine Kiſte mit Moka⸗ Kaffe mitgenommen, und ein guter Theil Tabak aus Schiras. An meiner Thuͤre fand ich vier Pferde fuͤr uns, das Gepaͤck, und einen bewaffneten Fuͤhrer. Wir reiſeten aus Konſtantinopel uͤber die Vorſtadt der Juden. Dieſe ſind meiſt aus Spanien eingewandert⸗ so,000 an der Zahl, und treiben bier frei die eintraͤg⸗ lichſten Gewerbe. Bei ihnen legen die Luͤrken ihr Vermoͤgen nieder; die juͤdiſchen Frauen beſuchen alle Harems mit ihren Waaren, und ſind die Unterhaͤnd⸗ ler vieler Liebesabentheuer.

Auf einem Berge hinter dem Judenviertel liegk ihr ſehr großer Begraͤbnißplatz, mit vielen marm nen Leichenſteinen verziert, von denen einige ſehr praͤchtig ſind. Die Häuſer reicher Juden enthalten jeden vrientaliſchen Luxus; die aͤrmern Staͤnde aber ſind, wie in allen Laͤndern, in ihrer Kleidung ſchmu⸗ tzig, ihre Haͤuſer ſchlecht erhalten, ihre Sitten luder⸗