Teil eines Werkes 
4. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
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107.

Kommen die Bojaren mit ihres Gleichen zuſam⸗ men, ſo entbieten ſie einander den Gruß dadurch, daß ſie die Muͤtze etwas ſeitwaͤrts in die Hoͤhe ruͤcken und das Haupt gegen die Schultern des andern an die Wange neigen, ohne ſie jedoch zu kuͤſſen. Der Ge⸗ ringere ehrt die Hand des Vornehmeren durch einen

Kuß, wofuͤr ihm dieſer den Gegenkuß auf die Stirne

praͤget. Bei dem Eintritte eines Gaſtes erhebt ſich die ganze Geſellſchaft, welche auf dem Sopha mit kreuzweiſe uͤber einander geſchlagenen Fuͤßen ſitzt und bleibt ſo lange ſtehen, manchmal ſogar auf dem So⸗

pha, bis der Angekommene den ihm in ihrer Mitte

angewieſenen Platz eingenommen hat. Zuvor mußte

er nach tuͤrkiſchem Gebrauche die Dberpantoffeln an

der Thuͤrſchwelle, oder auf dem Geſtelle des Sopha den uͤbrigen angereiht haben. Fremde von niederer Klaſſe erhalten ſtatt des Divan(Ruhebettes) Baͤnke, oder Seſſel zum Sitzen. Dem Gaſte vom Range reicht man Pfeifen, Kaffee und Konſituren(Dultſchazury) aus Früchten oder Blumen nebſt einem friſchen Glas Waſſer.

Vor meiner Abreiſe aus Bukareſt wurde ich durch den k. k. Generalkonſul dem regierenden Fuͤrſten vorgeſtellt. Er iſt aus der griechiſchen Familie Ka⸗ radſcha und verbindet mit einem edlen Aeußern viel innere Bildung und Einſicht. Sein Kabinet war blos mit Kalk uͤbertuͤncht und hoͤchſt einfach eingerichtet. Der Fuͤrſt ſaß auf einem Divan, auf einen Polſter