Teil eines Werkes 
4. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

98

wo nicht der Poſtillivn genoͤthigt waͤre, 10 15 mal abzuſteigen, um bald an dem Pferdegeſchirre, bald an dem Wagen etwas zu beſſern. Durch ſchnelles Fahren ſuchen ſie die verlorne Zeit wieder einzubringen. In der Naͤhe des Poſthauſes rennen die Kerle wie Beſeſ⸗ ſene demſelben entgegen und der betaͤubte Reiſende duͤnkt ſich wie vom Teufel geholt.

Die Poſthaͤuſer in der Wallachei ſind kleine Huͤt⸗ ten aus Lehm mit Stroh gedeckt. Ein in Del ge⸗ tränktes Papier muß die Stelle des Fenſterglaſes vertreten. um das große Feuer in der Mitte der Stube, deſſen Rauch durch eine in die Decke gemachte Deffnung geht, ſitzen im Kreiſe halbnackte Kinder an der Seite ihrer duͤrftigen Aeltern, und wachſen ſo in dumpfer Abſtumpfung auf. z

Die gewoͤhnliche Koſt der gemeinen Wallachen iſt eine dicke, geſunde und nahrhafte Suppe(Mame⸗ lita) aus Mehl und Mais. Den Mais(Kukurutß)

verzehren ſie auch nach Brodes⸗Art. Gurken und

Melonen, beſonders die Waſſer⸗Melonen, gehoͤren

unter die vorzuͤglichſten Nahrungsmittel des gemeinen

Mannes. Die jetzigen Bewohner der Wallachei gleichen in ihrer Sommertracht genau ihren Vorfahren⸗ wie

ſie auf der Traians⸗Saͤule abgebildet ſind⸗ Man denke ſich eine wilde Figur in einem weiten Hemde, welches um den Leib zuſammen geſch nuͤrt iſt, mit lan⸗

gen, weiten Beinkleidern. Am Guͤrtel haͤngt ein Beil⸗