—————
93
garn und Deutſchen. Die Straſſen ſind elend, und die haͤuſig austretenden Fluͤſſe laſſen weitgedehnte Suͤmpfe und Moräſte zuruͤck, welche theils die Luft verpeſten, dafuͤr aber Torf geben, theils die Verbin⸗ dung unterbrechen.
Wir kamen an die Grenze Siebenbuͤrgens. Der Weg windet ſich uͤber ſeile Gebirge, welche als eine Fortſetzung der Karpathen angeſehen werden. Endlich langte ich in Hermannſtadt an, ging in Geſellſchaft zweier Pffiziere unter dem praͤchtigſten Wetter ab und durcheilte die anmuthigen Doͤrfer
Schillinsberg⸗ Weſt, wo wir ſchon Garniſon
ſahen. Zu Dolmatſch, einem huͤbſchen ſächſiſchen Marktflecken wurden die Pferde gewechſelt. Noch wa⸗ ren wir eine Stunde von dem Paſſe des Rothen Thurmes. Schon zeigten ſich die ungeheueren Fel⸗ ſen in ihrer Majeſtaͤt. In ſeierlicher Stille tragen dieſe Pyramiden ihre Gipfel durch die Luͤfte empor, und bepantert mit ewigem Schnee glaͤnzen ihre Zinnen hoch uͤber den Wolken. Da wo ſich ihre Waͤnde ſpal⸗ ten, iſt ein Weg durch die Felſen gehauen, welcher ſich uͤber die Hoͤhe ſchlaͤngelnd, in die Wallachey ſen⸗ ket. Der Rothe Thurm iſt nur drei Meilen von Hermannſtadt entfernt, nahe bei dem Fluſſe Aluta, am Fuße des hohen Grenz⸗Gebirges. Es iſt ein Wachthaus auf einer Anhoͤhe, ganz im gothiſchen Style, einſam gebaut zur Bewahrung des Enspaſſes. In den alten aber feſten Mauern liegt ein Militair⸗


