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keines aber das Bild Muhammeds. Dieſer Geſetz⸗ geber wird jederzeit nur bedeckt mit den Fluͤgeln einer Legion von Engeln dargeſtellt, welche ſeine Perſon um⸗ geben, und nichts als einen Theil des Turban und der Fuͤße ſehen laſſen.
Als Nachahmung dieſer in der Luͤrkei ſehr ge⸗ ſchaͤtzten perſiſchen Werke muß das Unternehmen des Renegaten Ibrahim Effendi betrachtet werden, welcher zu Konſtantinopel unter Achmed III. eine Buchdruckerei errichtet hatte, und auch eine kurze voſtindiſche Geſchichte mit 12 Kupfertafeln, welche
menſchliche und thieriſche Figuren vorſtellten, heraus⸗ gab.
Die eingebornen Maler ſind gewoͤhnlich Arme⸗ nier oder Griechen. Es fehlt zwar ihnen nicht an Talenten, ſie bringen aber ihre Kunſt nie zur Voll⸗ kommenheit.
Der tuͤrkiſchen Maler gibt es kaum 20 im ganzen Lande; ſie beſchaͤftigen ſich nur mit Landſchafts⸗Ma⸗ lereien, Planen und Muſter⸗Zeichnungen. Ein Grad von Annehmlichkeit fehlt zwar allen dieſen Produkten, aber das Verdienſt der vollkommenſten Genauigkeit laͤßt ſich ihnen nicht abſprechen. Einige malen auch
Thiere, ſelten aber menſchliche Figuren.
Die Voͤlker des Drients haben im Allgemeinen mehr Tendenz zur Skulptur⸗ und Gravir⸗Kunſt, und beweiſen auch in derſelben große Geſchicklichkeit.
Eine einzige Art von Gemaͤlden bei den Tuͤrken, 72. Bd. Türkei. IV,. 2


