Teil eines Werkes 
4. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
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monievollen Verſe druͤcken allzeit im orientaliſchen Geſchmacke die Gefühle der Liebe, ihre Wirkung auf Geiſt und Herz durch ſehr ſinnreiche Allegorien und Metavhern aus.

Beſonders wird eine Art Geſang, Maual, ein Mittelding zwiſchen Arie und Rezitativ, ſehr geachtet. Sie wird von einer einzelnen Stimme, ohne alle Be⸗ gleitung von Inſtrumenten ausgefuͤhrt, der Saͤnger greift, indem er eine Hand hinter das Ohr legt, als wenn er ſeine Gehoͤr⸗Trommel gegen das Berlten ver⸗ wahren wollte, ſeine Stimme auf das Aeußerſte an. Der Gegenſtand des Gedichtes iſt gewoͤhnlich trauriger Art. So großen Gefallen auch die Eingebornen an dem Maual haben, ſo koͤnnen ihn doch wenige Fremde anhoͤren, ohne die Geduld zu verlieren, und den ver⸗ kehrten Gebrauch der Stimme zu beklagen⸗

M. Malerei und Bildhauerkunſt unter den Tuͤrken.

Der Stifter des Moslemismus verbot auf das Strengſte Darſtellungen von Menſchen und Thieren. Ohne Zweifel hatte dieſe Anordnung zum Zwecke, ein rohes und unwiſſendes Volk abzuhalten, in die Irr⸗ thůͤmer des Goͤtzendienſtes zuruͤckzuſinken. Nichts deſto weniger nahmen die Janitſcharen unter Sultan Ork⸗ bann I. Figuren von Thieren zu ihren Fahnen. Selbſt ſetzt noch ſieht man an dem Hintertheile der turkiſchen Kriegsſchiffe mit vieler Kuaſt vepfertiste Loͤwen. Die

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