Teil eines Werkes 
4. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
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türkiſche Arien anwendete, blieb fruchtlos. Die mei⸗ ſten Muſiker ſehen weder auf Prinzipien, noch Me⸗ thode. Sie haben wohl Kunſtnamen fuͤr die Noten und fuͤr verſchiedene Takte, aber keine geſchriebene Muſik. Sie lernen Arien und Symphonien nach dem Gehoͤre, behalten ſie auswendig, und theilen ſie an⸗ dern auf gleiche Weiſe mit, wie ſſe dieſelben gelernt haben, und komponiren ſo auch Stuͤcke durch das Gedaͤchtniß. Sie zeichnen ſich zwar durch alle Nuan⸗ cen der Melodie fuͤr die regelmaͤßige Rethenfolge der

Toͤne auf einem und demſelben Inſtrumente beſonders

aus, ſind aber weniger geſchickt in der Harmonie und kennen auch keine Theilung der Muſik.

Die tuͤrkiſche Muſik hat unſere 12 Halbtoͤne, und weiß dieſe auch noch außerdem auf den Inſtrumenten in andere kleinere Theile zu bringen; daher vielfache Melodien entſpringen.

Die morgenlaͤndiſche Singmuſik kommt einem europaͤiſchen Ohre Anfangs ſo fremd vor, als die orien⸗ taliſchen Sprachen. In der Türkei ſind gewoͤhnlich die naͤmlichen Perſonen, welche ſingen, und ſich ak⸗ kompagniren. Sie haben Solos, Duos, Lrios, und jederzeit ſind die Inſtrumente den Stimmen unterge⸗ ordnet. Die mit der Poeſie verbundene Muſik folgt Schritt vor Schritt, und gibt mit Genauigkeit die Zahl, das Maaß und den Takt der Verſe und die Empfindungen, welche ſie ausdruͤcken. Faſt alle Ge⸗ faͤnge ſind epiſchenoder erotiſchen Inhalts. Ihre har⸗