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Sitte iſt, ſich gegenſeitig die Haͤnde zu berühren und die lebhafteſten Gefuͤhle des Herzens gegen einander auszudrücken. Die Muſelmaͤnner ſoͤhnen ſich dann auch allgemein aus; begegnen ſie einander auf den Stra⸗ ßen, ſo reichen ſie einander wechſelweiſe die Haͤnde. Nachdem ſie die Haͤnde ihrer Feinde gekuͤßt haben, ſo heruͤhren ſie damit ihr Haupt..
Die Luͤrken machen ſich am Beiram auch gegen⸗ ſeitig Geſchenke. Die Wohlhabenden ſchicken einan⸗ der reiche Kleider; die aͤrmern Klaſſen der Nation begnuͤgen ſich mit Kleinigkeiten. Auch die Rajas Richt⸗Muhamedaner) der Tuͤrkei muͤſſen ſich nach dieſer Sitte beguemen, und den vornehmſten Türken⸗ mit welchen ſie in Verbindung ſehen, Geſchenke brin⸗ gen, wie dieſes die Europaͤer in Anſehung der Großen der Pforte, und in den Provinzen in Anſehung der Paſcha's und Kadi's beobachten muͤſſen. Außerdem berrſcht bei den Tuͤrken die Gewohnheit, ſich und ihr Haus neu zu kleiden. Daher iſt von einem ſehr Ar⸗ men zum Spruͤchworte geworden:„Er kann ſich im Beiram nicht einmal ein neues Kleid ſchaffen.“ An die Hausthuͤren und Fenſter üellt mman verſchiedene Zierathen; man ſieht mannigfaltige Freuden⸗Beteugungen mit Triumphbogen, Zweigen von Laub, und Blumen⸗Guirlanden auf den Stratßen und Plaͤtzen. Die oͤffentlichen Gebaͤnde, die Bazars⸗ die unzähligen Kaffeehaͤuſer ſind bekraͤnzt, auf den Schiffen Fahnen aufgeſteckt.


