372 X Denkmaͤler koͤnnen wir fuglich uͤbergehen, da es nicht unſere Abſicht iſt, früher Geſagtes zu wiederholen. Ueber den Zuſtand Morea's und ſeiner Bewoh⸗
ner aͤußert ſich Müller alſo: Morea iſt ein Ge⸗ birgs⸗Land, wie die Schweiz, nur daß in Morea alles enger zuſammengedraͤngt, die Thaͤler kleiner, und die Gebirge nicht ganz ſo hoch, wie die Schwet⸗ zer Berge ſind Bei den groͤßern Meerbuſen und Buchten befinden ſich gewoöhnlich reizende und ſehr fruchtbare Ebenen, welche zum Theil tief in das Land hineingehen. Im Innern bildet das Land lauter keſ⸗ ſelartige Thaͤler, welche alle mit bohen, oft unzu⸗ Laͤnglichen Gebirgen umgeben ſind. Schmale, ſteiniate Wege, oft kaum 3 Fuß breit, unterhalten die Ver⸗ bindungen von eineim Drte zum andern und laſſen nicht leicht einen Feind in das Land.
Die Gebirge nahren die zahlreichen Heerden von Ziegen und Lämmern, und die Thäler, Ebenen und Kuͤſten ſind groͤßtentheils angebaut. Die Produkte, welche Moreg erzeugt, ſind hinreſchend, das Volt zu ernaͤhren. Die vorzoglichſten Erzeugniſſe des Landes Und: Getreide, tuͤrkiſches Korn, Del, Feigen, Wein und Seide; außerdem liefert die Halbißſel noch Ho⸗ vig, Drangen, Baumwolle und Fräüchte aller Art; be⸗ [onders reich iſt Morea an Viehzucht, ſowohl der Pferde und Stiete, als auch der Laͤmmer, Siegen und Eſel. 2
In Gewerben ſind die Griechen weniger vorge⸗
ſchrizten. An Fabriken iſt wegen der R ubſucht der Tuͤrken nicht zu denken. Der Landmann verfertigt feine Beduͤrfniſſe an Kleidung ſelbſt; die Frauen und Jungfrauen weben nicht allein Hemden aus Baum⸗ wolle und Seide, ſondern auch eine Art weißes Wol⸗ lentuch zum Schutze gegen Kaͤlte und Teppiche zum Schlafen. Man findet beinahe in jedem Hauſe einen Webſtuhl..


