Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

302

ſich zeigen, gibt ein prachtvolles Anſehen. Sie ent⸗ baͤlt vielleicht 2000 Haͤuſer, welche von reichen und angeſehenen Griechen bewohnt werden, und zwiſchen welchen die Minarets von 6 Moſcheen ſich erheben. Der bedeutende Handel von Livadia aͤußert ſich vorzuͤglich durch den Meerbuſen von Korinth. Db⸗ ſchon vorzuͤglich der in den Ebenen Boöotiens uberfluͤßig wachſende Waizen ausgefuͤhrt wird, ſo ſind doch auch Gerſte, Hafer, Mals, Wolle, Baumwolle, Honig, Kaͤſe beachtete Gegenſtaͤnde. Erdſioͤße ſind nichts weniger als ſelten, fuͤr welche die Kalkſtein⸗ Formation Griechenlands vorzͤglich empfaͤnglich zu ſeyn ſcheint.

Der Landſee Kopais iſt jetzt noch, wie in der Porzeit, ein ausgedehnter, zum Theil bebauter, zum Cheil mit niedrigem Waſſer bedeckter Moraſt. Zahl⸗ reiche Doͤrfer liegen an ſeinen Ufern, oder auf kleinen Anhoͤhen, welche ſich aus ſeiner Mitte erheben. Die Ebenen zwiſchen Livadien, Drchomenos und dem Kopais werden für die ſchoͤnſten in Bövtien gehalten, und bringen Getraide, Reis und Baum⸗ wolle uͤberfluͤßig hervor. Durch dieſe Flaͤche windet ſich der ruhig flieſſende Cephiſſus, deſſen Ufer noch immer jenes Rohr hervorbringen, welches Plutarch wegen ſeiner vorzuglichen Brauchbarkeit zur Verferti⸗

gung der Lauten empfiehlt. In einer Strecke von

16— 41 Meilen kommt man uͤber eine Hügel⸗Reibe, welche die Ebenen des Cephiſſus und Kopais