Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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bilden lauge ſchmale Straſſen, welche durch Reben⸗ Gelaͤnder oder vorſtehende Schutz⸗Daͤcher beſchattet ſind. Die meiſten Kaufleute ſind Juden. Wir be⸗ merkten auf den Bazars einen großen Ueberfluß von Haviar; der Stoͤr, welcher ihn liefert, wird im ſchwarzen Meere gefangen, und vorzuͤglich von den Griechen waͤhrend ihrer Faſten genoſſen. Die vielen Minarets in Salonika erhoͤhen das prachtvolle Anſehen der Stadt, und mehrere Moſcheen ſind wegen ihrer Bauart und ihres Alterthumes merkwuͤr⸗ dig. unter den Kirchen ſind die der hl. Sophia und des hl. Demetrius geweihten griechiſchen die vorzuglichſten; erſtere wurde auf Befehl des Kaiſers Juſtinian nach dem Model jener zu Konſtanti⸗ nopel durch den Baumeiſter Artemias errichtet. Jetzt iſt der Fußboden nach tuͤrkiſcher Art mit Deppi⸗ chen belegt. Die zweite iſt wegen ihren vielen alter⸗ thumlichen Saͤulen merkwurdig, deren man im Ganzen 360, theils aus Marmor, theils aus Verde antico, theils aus Sienit oder ſchoͤnſtem Porphyr zaͤhlt.

Nebſt dieſen Merkwuͤrdigkeiten der Baukunſt gibt

es noch Bruchſtuͤcke von Triumphbogen fuͤr die Kaiſer

Auguſt und Konſtantin.

Gegenwaͤrtig moͤgen mehr als 70,000 Einwohner

in der Stadt ſich befinden, welche Tuͤrken, Griechen, Juden und Franken ſind; letztere treiben den vorzuͤg⸗ lichſten Handel. Dem griechiſchen Erzbiſchofe ſind 8 Biſchoͤfe uutergeorduet. Die Juden bewohnen viel⸗