Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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gen Stellen der Kuͤſte genannt, war einige Zeit Ciceros Aufenthalts⸗Ort waͤhrend ſeiner Verban⸗ nung, aus welcher er mehrere Briefe an Attikus ſchrieb. Der Apoſtel Paulus beſchreibt dieſe Stadt groß, bevoͤlkert und wohlhabend, und die byzantini⸗ ſchen Geſchichtſchreiber ruͤhmen ſie auf gleiche Weiſe. Bekanntlich ließ K. Theodos in ſeiner Wuth 16,000 Einwohner niedermachen, fuͤr welche Grau⸗ ſamkeit ihm vom unerſchrockenen Ambros eine ſtrenge Buſſe aufgelgt wurde.

Gegenwaͤrtig mag dieſe Stadt die dritte der europaͤſchen Tuͤrkei nach Konſtantinopel und Adrianopel ſeyn; im Handel aber folgt ſie un⸗ mittelbar nach der erſten. Obwohl ſie im Innern alle Unregelmaͤßigkeiten tuͤrkiſcher Staͤdte hat, ſo befoͤr⸗ dert doch ihre Lage am ſteilen Abhange die Reinlich⸗ keit und Bequemlichkeit vor allen tuͤrkiſchen Städten. Mit Ausnahme der Straſſen der Luͤrken-Wohnungen herrſcht uͤberall großes Leben und große Bewegung. Zahlreiche Volks⸗Gruppen umgeben die Schiſfe und Waaren⸗Lager, und die Bazars ſind mit Waaren ebenſo, wie mit juͤdiſchen und griechiſchen Kaͤufern und Verkaͤufern uͤberfullt.

Die Hauſer ſind in tuͤrkiſchem Geſchmacke gebaut, und haben gewoͤhnlich kleine mit Baͤumen beſetzte Vorplaͤtze; doch gibt das Laub zwiſchen den Gebaͤunden keinen ſo reizenden Anblick, als zu JFvannina. Die im untern Tbeile der Stadt befindlichen Bazars

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