287 ſten Niederungen des Thals ruhig fort, und bildet hin und wieder kleine belaubte Inſeln. Bald erreich⸗ ten wir die Stadt Amphilochia an einem unregel⸗ maͤßigen Abhange; ihr niedrigſter Theil iſt mehr als 60o Fuß uͤber die Flaͤche des Fluſſes erhaben⸗ Nichts kann maleriſcher ſeyn, als die verſchiedenen Haͤuſer⸗ Gruppen. Sie erheben ſich aus dick belaubten Gebü⸗ ſchen, oder überhangenden tiefen Berg⸗Kluͤften, und die offenen Gallerien mit den vorſpringenden Daͤchern überraſchen das Auge um ſo mehr. Eichen, Delbaͤume und Cypreſſen, abwechſelnd mit dem Laube der Weinberge, bedecken den gebrochenen Grund, auf welchem die Stadt ruht, waͤhrend die hoͤheren Berg-Ketten mit langen Reihen von Tannen⸗Baͤu⸗ men beſetzt ſind. Nur wenige Haͤuſer ſind im Geſchmacke des uͤbrigen Europa gebaut und einge⸗ richtet. Die Stadt wird meiſtens von Griechen bewohnt, welche als Kaufleute die vorzglichſten Handels⸗Staͤdte des feſten Landes beſucht, und ſich daſelbſt Verbindungen erworben haben, durch welche ſie eine große Wohlhabenheit errangen. Der daſige Handel beruht auf Mauufaktur⸗Waaren und Verfer⸗ tigung des baumwollenen Garns, von welchem jaͤhr⸗ lich mehr als 3000 Ballen, jeder zu 200 Pfund, nach Deutſchland geliefert werden.
So eifrig indeſſen die Einwohner auf die Befoͤr⸗ derung des Handels ſind, ſo vernachlaͤbigen ſie doch nicht ihre Geiſtes⸗Bildung; vielmehr haben ſie ſich


