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Zwei Dritttheile der Inſel bringen Wein hervor, und 4— 6 Wochen vor dieſer Ernte werden die Korin⸗ then geſammelt, von welchen gewoͤhnlich 7— 8 Millio⸗ nen Pfund gewonnen werden⸗ Man rechnet jaͤhrlich 6o,000 Tonnen Del, und 4000 Tonnen Wein; nebü⸗ dem iſt die Ausfuhr der Limonien und Prangen ſehr groß. Dieſe Gegenſtaͤnde werden getauſcht fuͤr Kolo⸗ nial⸗ und Manufaktur⸗Waaren, auch fuͤr Korn, deſ⸗ ſen Bedarf die Inſel nur zum dritten Theile hervor⸗ bringt, und aus Morea erſetzt wird, woher auch das Vieh und Gefluͤgel kommt.
Die Sitten und Gebraͤuche der Einwohner haben durch die Herrſchaft der Venetianer einen italiſchen Anſtrich bekommen. Durch das uͤble Beiſpiel der No⸗ bili iſt die Sittlichkeit und Civiliſation geſunken, und der wiſſenſchaftliche Sinn ganz erſtorben. Die Er⸗ ziehung der Frauenzimmer beſchraͤnkt ſich auf die ge⸗ meinſten Kenntniſſe, weil ſie ihre Wohnungen wenig verlaſſen. Sind gleichwohl viele Katholiken auf der Inſel, ſo iſt doch die griechiſche Religion vorherrſchend⸗ Das Feſt Allerheiligen wird von den meiſten Einwoh⸗ nern der Stadt in dem nahen Pliven⸗Waͤldchen auf das feierlichſte begangen; man tanit, ſpielt Guitarre, und lagert ſich gruppenweiſe zum Eſſen. Am Bſter⸗ tage beſucht man ſich wechſelſeitig und tauſcht Eier aus. Deffentliche Vergnuͤgungen waren ſelten bis zur Ankunft der Englaͤnder. ungeachtet der vie ljaͤhrigen Herrſchaft der Venetianer iſt doch nur die alt⸗ und


