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11 engl. Meilen; allein außer der Schloß⸗Gegend
nur eine Breite von 300 Ellen. Der Geſchmack im Bauweſen iſt ganz italiſch, die ziemlich maſſiven Haͤu⸗ ſer der vorzglichſten Gaſſen ſind 4 biss Stockwerke hoch; doch gibt es außer den vielen Kirchen keine oͤf⸗ fentlichen Gebaͤude. Die Hauptſtraße lauft mit der Rhede parallel, bildet mehrere ofentliche Plaͤtze, und enthaͤlt viele Kauflaͤden voll Kolontal⸗ und Manu⸗ faktur⸗Waaren.
Sind gleichwohl wenige Alterthuͤmer zu finden, ſo wird man entſchaͤdigt durch die natuͤrliche Merk⸗ wuͤrdigkeit der Pech⸗Duellen zu Chieri. Sie
ſind an 2 oder 4 Stellen des ſumpfigten Landſtriches,
und bilden kleine Teiche. Die Ufer und der nur einige Fuß tiefe Grund derſelben ſind ſtark mit Stein⸗Del belegt, welches die Fruͤhlings⸗Gewaͤſſer gegen die Dberflaͤche treiben, und abſetzen. In der Regel wer⸗ den jaͤhrlich 100 Tonnen ſolches Peches geſammelt, welches zwar nicht zum Tauwerke, aber doch zum kal⸗ fatern der Schiffe verwendet wird. Auffallend iſt, daß die Quellen gerade noch ſo ſind, wie ſie Herodot beſchrieben hat; nur ſind ſie zur Zeit eines Erdbebens ergiebiger. Etoſtoße ſind in jedem Monate zwei⸗ bis dreimal, und ſcheinen ſich nur auf dieſe Inſel zu er⸗ ſtrecken; ſie gleichen mehr einer wellenfoͤrmigen, als fibrierenden Bewegung, und werden gewoͤhnlich durch
eine druͤckende, mit Schwefeldunſt geſchwängerte 6
Atmoſphaͤre angezeigt.
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