Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1831)
Entstehung
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fallt. Die Feſtung lag in der Mitte der Stadt, und beherrſchte die ganze Umgegend; ſie jetzt noch ziem⸗ lich gut erhalten. Seit die Koͤnige Georgiens ihre Reſidenz nach Diflis im J. 469 verlegten, ſank der Glanz von Mtskhetha; in den folgenden Jahrhun⸗ derten verheerten ſie die Perfer, und Samerlan vollendete ihre Vernichtung. Seit dieſer Zeit konnte ſie ſich nie wieder aus dem Zuſtande des Elendes und der Zerſtoͤrung erheben. Die Bevoͤlkerung beſteht aus 200 Familien, welche 1000 Perſonen ausmachen. Die thätigen und arbeitſamen Einwohner treiben Ackerbau, Handel und Fiſchfang. Auch transportiren ſie die Waaren nach Mozdok, Kotais und Baku.

Von Mtskhetha fuͤhren zwei Wege nach Dif⸗

lis; einer geht auf dem linken Ufer des Kur, dey

andere auf dem rechten. Kommt man aus der Feſtung, ſo fuͤhrt ungefaͤhr 4 Werſt der Weg unter den Ruinen der alten Stadt hin, ehe man an eine durch die Ein⸗

lle zerſtoͤrte Bruͤcke gelangt, deren Bau man dem

ompejus zuſchreibt. Ueber den alten Bogen wurde 1820 eine feſte Brucke gebaut. Links vom Wege decken beim Zuſammenftuſſe des Aragvi mit dem Kur be⸗ traͤchtliche Ruinen den Berg Armazi.

Den s. Juni 1820 reiste Gamba von Mtskhe⸗ tha nach Liflis. Die Thaͤler und Ebenen, uͤber welche der Weg fuͤhrte, waren ſchon ausgetrocknet, die Baͤume bei weitem nicht ſo zahlreich, als in den Laͤndern, durch welche er von Mozdok gekommen